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Was ist Tageslichtkontrolle?

Viele Gebäude erhalten tagsüber bereits viel Tageslicht. Doch in der Praxis bleibt die Beleuchtung oft auf voller Stärke eingeschaltet. Dies geschieht vor allem an Arbeitsplätzen entlang der Fassade, in Klassenzimmern mit großen Fenstern oder in Pflegebereichen mit viel Glas. Das ist nicht immer notwendig.

Mit der Tageslichtsteuerung passen Sie die Menge des künstlichen Lichts an das verfügbare Tageslicht im Raum an. Ein Sensor misst, wie viel Licht vorhanden ist, woraufhin das System die Leuchten automatisch dimmt oder schaltet. So bleibt das Lichtniveau im Gleichgewicht mit der Situation im Raum.

Für Installateure und Lichtplaner ist die Tageslichtsteuerung besonders interessant, wenn Lichtkomfort, Standardisierung und intelligentes Design zusammenkommen. Sie hilft, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden, aber mindestens genauso wichtig ist, dass das Lichtniveau im Raum besser zur Nutzung passt. In diesem Artikel können Sie lesen, was Tageslichtsteuerung genau ist und wie sie mit Sensoren funktioniert.

Was ist Tageslichtkontrolle?

Die Tageslichtsteuerung ist eine Form der Beleuchtungssteuerung, bei der die künstliche Beleuchtung automatisch an die Menge des Tageslichts in einem Raum angepasst wird. Wenn viel Tageslicht vorhanden ist, wird die Beleuchtung gedimmt oder teilweise ausgeschaltet. Wenn das Tageslicht abnimmt, sorgt das System dafür, dass die Leuchten wieder mehr Licht spenden.

Der Zweck der Tageslichtsteuerung besteht nicht nur darin, Energie zu sparen. Mindestens genauso wichtig ist es, ein nutzbares und möglichst konstantes Lichtniveau an dem Ort zu erhalten, an dem gearbeitet, gelernt oder gepflegt wird. In einem Büro bedeutet dies zum Beispiel, dass ein Arbeitsplatz am Fenster nicht unnötig überbeleuchtet bleibt, wenn die Sonne bereits einen Großteil der Arbeit erledigt.

Die Tageslichtsteuerung kommt vor allem in Gebäuden zum Einsatz, in denen sich die Menge des natürlichen Lichts im Laufe des Tages stark verändert. Denken Sie an Büros, Schulen und Pflegeeinrichtungen. Vor allem dort kann der Unterschied zwischen der Fassadenfläche und der Mitte des Raumes groß sein. Ohne Steuerung brennt die Beleuchtung dann oft stärker, als sie sollte.

Bei einer guten Planung wird die Tageslichtsteuerung daher nicht getrennt vom Rest des Beleuchtungsplans betrachtet. Die Position der Fenster, die Aufteilung des Raums, die Kontrollbereiche und das gewünschte Lichtniveau auf der Arbeitsebene spielen alle eine Rolle. Auch Themen wie Lux, UGR und die Anforderungen eines Beleuchtungsplans stehen in direktem Zusammenhang.

Wie funktioniert die Tageslichtsteuerung mit Sensoren?

Die Tageslichtsteuerung funktioniert auf der Grundlage von Messung und Steuerung. Ein Sensor misst, wie viel Licht in einem Raum oder in dessen Nähe vorhanden ist. Auf der Grundlage dieser Messung bestimmt das Steuerungssystem, ob die angeschlossenen Leuchten mehr oder weniger Licht abgeben sollen. Dies geschieht in der Regel stufenlos durch Dimmen, aber bei einfacheren Anwendungen ist auch ein Schalten möglich.

In der Praxis funktioniert eine solche Kontrolle nur dann gut, wenn die Messung korrekt ist und das System richtig eingestellt ist. Nicht nur der Sensor selbst ist wichtig, sondern auch der Ort, an dem er hängt, die Größe der Kontrollzone und der eingestellte Zielwert. Besonders in Räumen mit großen Glasflächen oder wechselnder Belegung macht dies einen großen Unterschied.

In modernen Systemen wird die Tageslichtsteuerung oft mit anderen Formen der Steuerung kombiniert. Denken Sie an die Anwesenheitserkennung oder ein Steuerungssystem über DALI oder Casambi. Der Anwesenheitssensor bestimmt dann, ob überhaupt Licht benötigt wird, während die Tageslichtsteuerung bestimmt, wie viel Kunstlicht in diesem Moment noch benötigt wird.

Die Rolle des Lux-Sensors

Der Lux-Sensor ist die Komponente, die das vorhandene Licht misst. Diese Messung bildet die Grundlage für die Steuerung. Der Sensor achtet also nicht darauf, wie viel Strom eine Leuchte verbraucht, sondern auf die Lichtmenge, die er erkennt. Er überträgt diese Informationen an das Kontrollsystem, das die Leuchten steuert.

Hier ist die Position des Sensors sehr wichtig. Wenn ein Sensor ungünstig positioniert ist, misst er nicht die richtige Situation. Er kann zum Beispiel zu sehr durch direktes Sonnenlicht oder durch künstliches Licht von den Leuchten selbst beeinflusst werden. In beiden Fällen reagiert die Steuerung weniger genau als beabsichtigt.

Auch die Aufteilung des Raums spielt eine Rolle. An Arbeitsplätzen entlang der Fassade ist oft mehr Tageslicht vorhanden als weiter innen. Es ist daher sinnvoll, nicht den gesamten Raum als eine Zone zu steuern. Durch die separate Steuerung von Fassadenzonen ist die Steuerung besser an die Praxis angepasst und verhindert, dass die Beleuchtung im gesamten Büro gedimmt wird, während nur der Teil in Fensternähe ausreichend Tageslicht erhält.

Was ist ein Sollwert in Lux?

Der Sollwert in Lux ist der Zielwert, auf den das System hinsteuert. Einfach ausgedrückt, ist dies das gewünschte Lichtniveau, das an einem bestimmten Ort aufrechterhalten werden soll. Fällt das gemessene Lichtniveau unter diesen Punkt, steuert das System die Leuchten nach oben. Wenn mehr Tageslicht einfällt, kann das System sogar zurückdimmen.

Dieser Sollwert wird in der Regel auf der Grundlage der Funktion des Raums und der gewünschten Lichtstärke auf der Arbeitsfläche gewählt. In einem Büro möchten Sie zum Beispiel genügend Licht auf Schreibtischhöhe haben, ohne dass es unnötig hell wird. Der Sollwert hilft dabei, dieses Gleichgewicht in der Steuerung herzustellen.

In der Praxis ist es wichtig zu wissen, dass der Sensorwert nicht immer mit dem Luxwert auf der Arbeitsfläche übereinstimmt. Ein Sensor hängt oft an oder in der Decke und misst daher von einer anderen Position aus. Daher muss eine Steuerung richtig eingestellt werden. Nur wenn Sensor, Raum und Zielwert richtig aufeinander abgestimmt sind, funktioniert die Tageslichtsteuerung wie vorgesehen.

Offener und geschlossener Kreislauf erklärt

Bei der Tageslichtsteuerung ist nicht nur der Sensor wichtig, sondern auch die Art und Weise, wie dieser Sensor misst. Hier wird oft zwischen einem offenen und einem geschlossenen Regelkreis unterschieden. Für Installateure und Lichtplaner ist dieser Unterschied wichtig, denn er sagt viel über den Standort des Sensors, die Genauigkeit der Steuerung und die Art und Weise, wie Sie einen Raum steuern, aus.

Die Wahl zwischen offenem und geschlossenem Regelkreis hängt davon ab, was genau Sie messen möchten. Wenn Sie hauptsächlich auf das einfallende Tageslicht reagieren wollen, wird ein anderer Aufbau funktionieren als wenn Sie wirklich das gesamte Lichtniveau im Raum kontrollieren wollen. Es ist daher eine gute Idee, diese Unterscheidung bereits in der Entwurfsphase zu berücksichtigen.

Offene Schleife

Im offenen Kreislauf misst der Sensor nur das verfügbare Tageslicht. Das künstliche Licht von den Leuchten wird bei der Messung nicht berücksichtigt. Der Sensor betrachtet also sozusagen das von außen einfallende Licht, woraufhin das System bestimmt, wie viel Kunstlicht hinzugefügt werden muss.

Dieser Ansatz ist besonders nützlich, wenn der Sensor auf einfallendes Tageslicht ausgerichtet ist oder an einem Ort hängt, an dem er nicht durch das Licht von Leuchten beeinträchtigt wird. Denken Sie zum Beispiel an einen Sensor in der Nähe einer Fassade oder eines Fensterbandes. In einer solchen Situation können Sie Veränderungen des Tageslichts richtig antizipieren, ohne dass die Steuerung selbst beeinflusst wird.

Ein entscheidender Vorteil des offenen Regelkreises ist, dass das System recht schnell auf veränderte Außenbedingungen reagieren kann. Gleichzeitig erfordert diese Methode aber eine sorgfältige Positionierung des Sensors. Wenn der Sensor nicht die richtige Tageslichtsituation misst, passt die Steuerung auch nicht zum tatsächlichen Lichtniveau im Raum.

Geschlossener Kreislauf

Bei einem geschlossenen Regelkreis misst der Sensor tatsächlich die gesamte Lichtmenge im Raum. Das bedeutet, dass sowohl Tageslicht als auch künstliches Licht in die Messung einbezogen werden. Basierend auf diesem Wert versucht das System, über eine Rückkopplungsschleife einen voreingestellten Zielwert in Lux einzuhalten.

Das macht den geschlossenen Regelkreis in Räumen interessant, in denen Sie das Lichtniveau auf oder um die Arbeitsfläche herum wirklich kontrollieren möchten. Der Grund dafür ist, dass das System nicht nur den Lichteinfall von außen betrachtet, sondern das Gesamtergebnis im Raum. Infolgedessen entspricht die Steuerung oft besser der tatsächlichen Nutzungssituation.

Besonders in Büros, Schulen und anderen Funktionsbereichen ist dies ein großer Vorteil. Wenn sich das Tageslicht ändert, dimmen die Leuchten mit, bis das gewünschte Lichtniveau wieder stimmt. So entsteht eine stabilere Lichtszene, vorausgesetzt, der Sensor ist richtig positioniert und der Sollwert ist korrekt eingestellt.

Wann wenden Sie die Tageslichtkontrolle an?

Die Tageslichtsteuerung ist besonders in Räumen interessant, in denen die Menge des natürlichen Lichts im Laufe des Tages stark schwankt. Je größer der Unterschied zwischen Bereichen nahe der Fassade und tiefer im Raum ist, desto logischer wird es, das Kunstlicht entsprechend anzupassen. In der Praxis ist dies vor allem in Büros, Schulen und Pflegeeinrichtungen der Fall.

Büroräume

In Büros ist die tageslichtabhängige Steuerung besonders interessant für Arbeitsplätze entlang der Fassade oder in Großraumbüros mit großen Glasflächen. Dort verhindert sie, dass die Leuchten unnötigerweise mit voller Helligkeit eingeschaltet bleiben, wenn bereits ausreichend Tageslicht vorhanden ist.

Schulen

In Schulen funktioniert die Tageslichtsteuerung gut in Klassenzimmern mit großen Fenstern, wo sich die Lichtsituation im Laufe des Tages stark verändert. So bleibt das Lichtniveau ausgeglichener, ohne dass sich ein Raum morgens ganz anders anfühlt als am Nachmittag.

Pflege

Im Gesundheitswesen kann die Tageslichtsteuerung in Bereichen mit viel Tageslicht sinnvoll sein, z.B. in Wartezimmern, Behandlungsräumen oder allgemeinen Wohnbereichen. Dort hilft die Steuerung, das Licht ruhiger auf den Raum zuzuschneiden, ohne ihn unnötig hell zu halten, wenn bereits genügend Tageslicht vorhanden ist.

Kombination von Tageslichtsteuerung und Anwesenheitserkennung

In vielen Projekten funktioniert die Tageslichtsteuerung am besten in Kombination mit der Anwesenheitserkennung. Das liegt daran, dass die beiden etwas Unterschiedliches tun. Die Anwesenheitserkennung bestimmt, ob die Beleuchtung eingeschaltet werden muss. Die Tageslichtsteuerung bestimmt dann, wie viel künstliches Licht in dem Raum noch benötigt wird. Dadurch wird verhindert, dass die Beleuchtung in einem leeren Raum eingeschaltet wird, aber auch, dass die Leuchten auf voller Stufe arbeiten, während bereits ausreichend Tageslicht einfällt. Das macht die Kombination eines Bewegungsmelders mit einer Tageslichtsteuerung besonders in Büros, Schulen und Pflegeeinrichtungen sinnvoll.

Für Installateure und Beleuchtungsdesigner ist diese Unterscheidung bei der Planung wichtig. Ein Präsenz- oder Bewegungssensor überwacht die Raumnutzung. Ein Tageslichtsensor betrachtet das Lichtniveau. Nur wenn die beiden gut zusammenarbeiten, erhalten Sie eine Steuerung, die logisch auf die realen Bedingungen reagiert. Wenn jemand einen Raum mit ausreichend Tageslicht betritt, muss das System wenig oder manchmal gar kein künstliches Licht hinzufügen. Wenn zu wenig Tageslicht vorhanden ist, kann dasselbe System die Beleuchtung automatisch auf das gewünschte Niveau regulieren. Sowohl DALI als auch Casambi unterstützen diese Kombination von Anwesenheit und Tageslicht als Teil eines Steuerungssystems.

In Bezug auf die Gestaltung bedeutet dies in der Regel, dass Sie nicht nur über Leuchten und Lichtverteilung nachdenken, sondern auch über Erfassungsbereiche, Kontrollzonen und Sensorpositionen. Ein Raum kann technisch gut mit Tageslichtsteuerung ausgestattet sein, sich aber trotzdem unruhig anfühlen, wenn Präsenz und Tageslicht nicht richtig aufeinander abgestimmt sind. Genau aus diesem Grund sollte diese Kombination bereits bei der Planung der Beleuchtung berücksichtigt werden.

Tageslichtsteuerung mit DALI oder Casambi

Die Tageslichtsteuerung kann auf verschiedene Weise gesteuert werden. In der Praxis landen Sie oft bei DALI oder Casambi. Die grundlegende Logik ist bei beiden gleich: Sensoren messen, was im Raum passiert, und die Beleuchtung reagiert entsprechend. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Art und Weise, wie sie organisiert, eingerichtet und erweitert werden. Daher ist es in diesem Artikel sinnvoller, sich nicht damit zu befassen, welches System "besser" ist, sondern damit, welche Art von Projekt und Steuerung Sie aufbauen möchten.

DALI

DALI ist interessant, wenn Sie Zonen, Sensoren und Dimmen digital organisieren und später flexibel anpassen wollen. Das System ist für die Beleuchtungssteuerung mit Adressen, Gruppen und Steuerungsszenarien konzipiert. So können Sie pro Zone festlegen, wie die Leuchten auf Präsenz-, Tageslicht- und Dimmbefehle reagieren. Vor allem in Projekten mit mehreren Räumen oder unterschiedlichen Tageslichtzonen bietet dies viel Spielraum bei der Planung und Umsetzung. Die DALI Alliance erwähnt ausdrücklich Tageslichtnutzung, Anwesenheitssensorik und Dimmen als Komponenten des Systems.

Für Lichtdesigner ist DALI besonders gut geeignet, wenn Sie innerhalb eines Projekts strukturiert mit Steuerzonen und funktionalen Unterschieden in einem Gebäude arbeiten möchten. Für Installateure liegt der Vorteil vor allem in der übersichtlichen digitalen Einrichtung und der Möglichkeit, später Anpassungen vorzunehmen, ohne das gesamte System von einer festen Ein-Aus-Logik aus neu adressieren zu müssen. Dies ist besonders praktisch in Büros, Schulen und Gesundheitsprojekten, da sich Nutzung und Layout im Laufe der Zeit ändern können.

Casambi

Casambi unterstützt im Grunde die gleiche Logik, aber drahtlos und per Software konfigurierbar. Das macht das System für Projekte interessant, bei denen Flexibilität bei der Konfiguration wichtig ist oder bei denen Sie es vorziehen, sich nicht vollständig auf eine traditionell verdrahtete Steuerungsstruktur zu verlassen. Casambi unterstützt eine einfache, offene und geschlossene Tageslichtsteuerung und ermöglicht außerdem Einstellungen wie Empfindlichkeit, Toleranz und Lux-Schwellenwerte.

In der Praxis bedeutet dies, dass Sie für jeden Raum oder jede Zone fein abstimmen können, wie schnell und wie stark eine Steuerung reagiert. Dies ist besonders wichtig in Räumen, in denen sich das Tageslicht schnell ändert oder in denen Sie verhindern möchten, dass die Leuchten zu unruhig auf- und abdimmen. Für Designer bietet es Kontrolle über die Wahrnehmung des Raums. Für Installateure ist es einfacher, die Steuerung nach der Fertigstellung anzupassen, wenn die Praxis etwas anders ausfällt als vorher gedacht.

Was ist Casambi?

Wo gehen beim Design oft Dinge schief?

Die Tageslichtsteuerung funktioniert nur dann gut, wenn die Technologie stimmt und die Steuerung logisch in den Entwurf eingearbeitet ist. In der Praxis scheitert es oft nicht an der Idee der Tageslichtsteuerung selbst, sondern an der Umsetzung in Sensorposition, Regelzonen und Regelverhalten. Sobald die drei nicht richtig aufeinander abgestimmt sind, entsteht schnell ein Steuerungssystem, das sich unruhig anfühlt oder nicht das tut, was Sie erwarten. Die Benutzer neigen dann eher dazu, manuell zu übersteuern, während das System doch eigentlich automatisch und fast unmerklich gesteuert werden soll. Die Systeme müssen also so reagieren, dass Veränderungen des Lichts nicht als störende Sprünge empfunden werden.

Falsche Position des Sensors

Ein erster Fallstrick ist die Position des Sensors. Wenn ein Sensor an der falschen Stelle hängt, misst er nicht die für den Raum oder die Arbeitsfläche relevante Lichtsituation. So kann er zum Beispiel zu viel direktes Tageslicht sehen oder im Gegenteil zu stark vom künstlichen Licht der Leuchten beeinflusst werden. In beiden Fällen ist das Ergebnis eine Steuerung, die nicht richtig widerspiegelt, was die Benutzer im Raum erleben. Genau aus diesem Grund muss bereits in der Entwurfsphase festgelegt werden, welche Zone der Sensor tatsächlich darstellen soll.

Übermäßig grobe Kontrollzonen

Ein zweiter Fallstrick ist die Arbeit mit zu groben Regelzonen. In Räumen mit einer ausgeprägten Fassadenseite und einem tieferen Innenbereich ist es selten sinnvoll, alles als eine Zone zu steuern. Dafür variiert die Menge des Tageslichts einfach zu stark. Wenn ein Sensor oder eine Steuerung einen zu großen Bereich steuern muss, endet das oft mit einem Kompromiss, der nirgendwo wirklich gut funktioniert. Arbeitsplätze in Fensternähe erhalten zu viel künstliches Licht, während weiter von der Fassade entfernte Orte zu wenig erhalten oder umgekehrt. Ein guter Beleuchtungsplan berücksichtigt daher das Verhältnis zwischen dem Arbeitsbereich, der unmittelbaren Umgebung und dem Rest des Raums.

Übermäßig aggressives Dimmverhalten

Schließlich sehen wir oft eine übermäßig aggressive Dimmreaktion. Wenn die Leuchten zu schnell oder zu sichtbar auf das wechselnde Tageslicht reagieren, wird die Steuerung eher störend als unterstützend. Besonders in Büros und Bildungseinrichtungen macht sich dies schnell bemerkbar. Daher sind Einstellungen wie Empfindlichkeit, Toleranz und Schwellenwerte nicht nur technische Details, sondern auch Designparameter. Sie bestimmen mit, ob ein Raum ruhig wirkt oder unnötig dynamisch wird.

Tageslichtsteuerung, Lux und Standardisierung

Die Steuerung des Tageslichts ist nicht losgelöst vom Rest einer Beleuchtungsplanung. Das Thema berührt direkt Lux, UGR, einen guten Beleuchtungsplan und die Anforderungen der Norm. Denn es geht nicht nur um die Frage, ob die Beleuchtung automatisch gedimmt wird, sondern vor allem darum, ob der Raum dadurch funktional und angenehm zu nutzen bleibt. Ein Steuerungssystem kann aus technischer Sicht gut funktionieren, aber dennoch versagen, wenn das Beleuchtungsniveau, die Gleichmäßigkeit oder der Sehkomfort nicht angemessen sind.

Die Norm EN 12464-1 beschreibt die Beleuchtung von Arbeitsplätzen in Innenräumen und geht dabei ausdrücklich über "ausreichend Licht" hinaus. Die Norm bezieht die Anforderungen auf den Arbeitsbereich selbst, die unmittelbare Umgebung und den Rest des Raums. Darüber hinaus spielen auch Gleichmäßigkeit, Leuchtdichteverhältnisse und Blendung eine Rolle. Das macht die Norm besonders relevant für die Tageslichtsteuerung, denn wechselndes Tageslicht beeinflusst, wie stabil und komfortabel ein Raum wahrgenommen wird.

Für Installateure und Lichtplaner bedeutet dies, dass die Tageslichtsteuerung immer in Verbindung mit dem Raum betrachtet werden sollte. Ein bestimmter Lux-Wert ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn er zur Sehaufgabe auf der Arbeitsfläche passt. Gleichzeitig wollen Sie vermeiden, dass die Helligkeitsunterschiede zu groß werden oder Leuchten und Fenster zusammen zu viel visuelle Unruhe erzeugen. Die Norm befasst sich daher nicht nur mit dem Beleuchtungsniveau, sondern auch mit der Gleichmäßigkeit und gegebenenfalls mit dem UGR-Wert für Blendung.

In der Praxis bedeutet dies, dass die Tageslichtsteuerung kein separater technischer Trick ist, sondern Teil einer umfassenderen Designfrage. Wer einen Raum richtig steuern will, muss daher nicht nur über Sensoren und Steuerung nachdenken, sondern auch über die Wahl der Leuchten, die Lichtverteilung, die Ausrichtung der Fenster und die Nutzung des Raums. Vor allem bei der Bürobeleuchtung und der Beleuchtung im Gesundheitswesen beispielsweise kommt dies zusammen. Dort muss die Beleuchtung nicht nur effizient auf das Tageslicht reagieren, sondern auch in Bezug auf Nutzung und Erfahrung richtig sein.

Wann ist die Tageslichtsteuerung eine logische Wahl?

Die Tageslichtsteuerung ist vor allem in Räumen eine logische Wahl, in denen sich die Menge des natürlichen Lichts im Laufe des Tages merklich ändert. Das System bringt am meisten, wenn es einen deutlichen Unterschied zwischen Momenten oder Bereichen mit viel Tageslicht und Momenten oder Bereichen mit weniger Tageslicht gibt. In solchen Situationen hilft die Tageslichtsteuerung dabei, das künstliche Licht genau auf das abzustimmen, was der Raum in diesem Moment braucht.

Nicht jedes Projekt benötigt eine solche Kontrolle. In einem Raum ohne nennenswertes Tageslicht, z.B. in einem internen Verkehrsbereich oder einem geschlossenen Bereich ohne Fenster, gibt es wenig zu steuern. Dann trägt die Tageslichtsteuerung in der Regel wenig zum Design bei. Eine Anwesenheitserkennung oder eine einfache Dimmlösung ist hier oft sinnvoller.

In einem Fassadenbereich, einem Klassenzimmer oder einem Büro mit großen Glasflächen ist es oft sinnvoll, eine Tageslichtsteuerung einzubauen. Dort ändert sich die Beleuchtungssituation aufgrund des Sonnenstandes, der Wolken und der Jahreszeiten ständig. Ohne Steuerung bleibt die Beleuchtung in solchen Räumen schnell stärker als nötig eingeschaltet. Eine richtig eingestellte Steuerung sorgt nicht nur für einen energiebewussten Einsatz, sondern auch für eine angenehmere und gleichmäßigere Lichtstimmung.

Der Mehrwert liegt also vor allem in Projekten, bei denen das Tageslicht wirklich Teil der Raum- und Nutzungserfahrung ist. Genau hier lohnt es sich, bereits in der Planungsphase über die Position der Sensoren, die Steuerzonen und das gewünschte Lichtniveau auf der Arbeitsebene nachzudenken. Auf diese Weise wird die Tageslichtsteuerung nicht zu einer separaten Nachrüstung, sondern zu einem logischen Teil der gesamten Beleuchtungsplanung.

Beratung anfordern

Zweifeln Sie daran, ob Tageslichtsteuerung für Ihr Projekt eine logische Wahl ist? Dann ist es sinnvoll, sich bereits in einem frühen Stadium der Planung damit zu befassen. Denn die richtige Lösung hängt von den Räumlichkeiten, der Tageslichtbeleuchtung, dem Layout und dem gewünschten Lichtniveau auf der Arbeitsfläche ab.

Möchten Sie sich über die beste Vorgehensweise für ein Büro, eine Schule oder das Gesundheitswesen informieren? Dann können Sie sich gerne an uns wenden und sich beraten lassen. Wenn Sie bereits an einem konkreten Projekt arbeiten und die Beleuchtung gleich richtig in den Entwurf einbeziehen möchten, können Sie auch einen Beleuchtungsplan anfordern.